Die Gefahren der Praxis

Hin und wieder passiert es mir, dass ich falsch praktiziere. Das ist nicht groß überraschend, schlieslich ist man auch nur ein Mensch und Menschen machen eben Fehler.

Es spricht auch überhaupt nicht gegen die Praxis, früher habe ich schlieslich auch Fehler gemacht, nur eben andere (und eher größere). Früher habe ich häufig zu viel nachgedacht und mich in meinen Gedanken verloren. Heute lasse ich die Gedanken auch einfach mal Gedanken sein.

Das hilft auch häufig im Umgang mit den eigenen Fehlern und den von anderen Menschen und ich möchte es keinesfalls missen. Aber natürlich passiert es mir dann hin- und wieder dass ich zu wenig denke.

Ajahn Chah hat einmal gesagt, so lange man die Extreme meidet kommt man in der Praxis voran, ähnlich wie ein Stöckchen, das im Fluß schwimmt und – so lange es nicht an den Rand gerät – immer weiter schwimmt. Das trifft es im Grunde ganz gut.

Was mich auf Anregung der Unbuddhisten hin tatsächlich etwas wundert ist, dass wir auch in meiner relativ offenen Meditationsgruppe so selten über unsere Schwierigkeiten reden. Über die guten Erfahrungen hin und wieder, über schlechten fast nie.

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7 Kommentare zu “Die Gefahren der Praxis

  1. Ich wundere mich auch oft, dass wenig Kritik geübt wird. Allerdings ist es bei den meisten Menschen so, dass sie sich von einem schlechten Beispiel viel leichter abschrecken lassen, als von mehreren guten Beispiel bestärken. Inder Verhaltenspsychologie nennt man das positive Bestärkung.

    Mir stellt sich die Frage, was du unter „falscher“ Praxis verstehst. Mach doch den Anfang und schreibe hier über deine Erfahrungen. Ich kann mir unter deiner Aussage, „falsch“ praktiziert zu haben, nichts vorstellen.

  2. Falsche Praxis hatte ich versucht mit den zu viel/wenig Gedanken zu erklären. Bei Gefühlen passiert mir das auch hin und wieder. Jetzt, da ich aufmerksamer meinen Gefühlen gegenüber bin fällt es mir natürlich leichter Gefühle vorzeitig zu unterdrücken.
    Das nenne ich „falsche Achtsamkeitspraxis“, weil es zwar Aufmerksamkeit enthält, aber kein „loslassen“.

    Man könnte auch sagen, dass sei gar keine Praxis (was im Grunde ja stimmt). Aber der Punkt ist, ohne die Übung der Achtsamkeit wär ich dazu vermutlich nichtmal in der Lage. Insofern hängt es schon zusammen.

  3. Vielleicht noch ein konkreteres Beispiel. Meditation ja beworben damit, dass sie uns helfen kann weniger gestresst zu sein. Und das funktioniert ja in der Tat, man wird ruhiger und ist weniger hektisch. Die Gefahr dabei ist m.M., dass man träge wird und sich in der Langsamkeit „festhält“ um diese schöne meditative Ruhe beizubehalten.

  4. Jetzt, da ich aufmerksamer meinen Gefühlen gegenüber bin fällt es mir natürlich leichter Gefühle vorzeitig zu unterdrücken.

    Ich bin mir gar nicht so sicher, ob es wirklich darum geht, Gefühle vorzeitig zu unterdrücken. Geht es nicht eher darum, zu verstehen, und somit die Ursachen der Gefühle zu beseitigen, die uns stören?

    Meditation ja beworben damit, dass sie uns helfen kann weniger gestresst zu sein.

    Ja, das kenne ich auch. Aber auch hier behaupte ich mal, oberstes Ziel der Meditation sollte sein, die Ursachen zu erkennen, die zum Stress führen. So kann der Stress dann bewältigt werden. Oder sehr ich da was falsch?

  5. Ich bin mir gar nicht so sicher, ob es wirklich darum geht, Gefühle vorzeitig zu unterdrücken.

    Ich würde sogar weiter gehen und sagen ich bin mir sehr sicher, dass es darum geht Gefühle nicht zu unterdrücken ^^, deshalb hatte ich es ja als „falsche Praxis“ bezeichnet.
    Das hat sich nur eine Zeit lang bei mir so eingeschliffen.

    Wenn ich so manchen Forenbeitrag oder ähnliches sehe, habe ich allerdings das Gefühl, dass manche Leute das völlig bewusst und absichtlich machen. Auch eine Form von „Gefahr der Praxis“.

  6. Dann habe ich dich vielleicht missverstanden. Aus deiner Äußerung

    Jetzt, da ich aufmerksamer meinen Gefühlen gegenüber bin fällt es mir natürlich leichter Gefühle vorzeitig zu unterdrücken.

    entnahm ich, dass du bei der Praxis deine Gefühle unterdrücken würdest.

  7. Pingback: Nothing, absolutely nothing. « Saibhu

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