Christentum

Auf meiner Todo-Liste unter dem Stichpunkt „Wenn ich einmal sonst nichts zu tun habe“ steht noch eine Beschäftigung mit dem Christentum.

Zum einen weil ich überprüfen möchte, wieviel davon Sinn macht, wenn man den Schwerpunkt weniger auf die Ablehnung des Übernatürlichen legt, sondern mehr auf die individuelle Praxis.

Zum anderen weil ich mir im klaren sein will, wieviel von dem was ich in den Buddhismus projeziere durch protestantische Werte in meiner Erziehung vorangelegt worden ist.

Das wird vermutlich eine eher protestantische Angelegenheit (mit Ausnahme der Zen-praktizierenden Jesuiten). Aber nach Heiner Geißler müsste das nicht so schlimm sein.

Also, ich will Ihnen mal folgendes sagen: Jeder intelligente Katholik ist in seinem Herzen auch Protestant. (Interview mit dem Cicero)

Advertisements

6 Kommentare zu “Christentum

  1. Ich finde den Ostergottesdienst der Protestanten ganz toll. Also ich meine den, der in der Nacht beginnt, auf den Ostermorgen hinfeiert das Osterfeuer mit einer Kerze in die Kirche getragen wird. Sehr feierlich ist das.

    Ich glaube, viel von dem in Deutschland praktizierten Buddhismus ist durch die protestantische Brille projiziert. Diese Werte stecken aufgrund unserer Erziehung tief in uns drin. Ich habe vor einiger Zeit eine Analyse der Stellungnahme der DBU zum Thema Klonen gelesen. In dieser Stellungnahme (Link) legt Prof. Dr. Jens Schlieter vom Institut für Religionswissenschaft der Uni Bonn dar, dass die ablehnende Argumentation der DBU zum Klonen nicht auf buddhistischen Argumenten beruht, sondern auf europäischen humanistischen Werten basiert. Das sagt schon einiges aus. Und der Mann muss sich ja mit den Schwerpunkten „Bioethik der Religionen“ und „Schnittstelle Religion-Philosophie in vergleichender Perspektive“ etwas auskennen.

  2. Ich würde sogar soweit gehen und sagen, dass es gar nicht schlimm ist die Brille aufzubehalten und „andere“ Dinge anzusehen.

    Also wenn man Zeug in den Buddhismus reinprojeziert muss das ja nicht automatisch schlecht sein. Vielleicht ist ja ein Buddhismus in den man seinen Protestantismus reinprojeziert sogar der bessere Protestantismus 🙂

    • Das stimmt. Buddhismus hat ja schon immer Dinge aus den betreffenden Kulturen adaptiert. Stichwort Synkretismus im Mahajana. Gefahr besteht allerdings darin, dass man mit der Lustfeindlichkeit der Protestanten (sind Freikirchler eigentlich Nachfahren von Calvin und Konsorten?) und der Lustfeindlichkeit mancher Schulen des Buddhismus, leicht bei hochpotenzierter Lustfeindlichkeit landet.

      • Lustig, dass du das ansprichst. Das war auch eines der Dinge an die ich gedacht hatte.

        Der Protestantismus hat ja eine gewisse Entbehrungsethik. Ich fand die zwar immer sympatisch, aber ich hab nur im Buddhismus eine Erklärung dafür gefunden, wie man das positiv umsetzen kann (im Sinne von mehr Glück durch weniger Anhaften).

      • Ja, Entbehrungsethik. Das klingt so nach Qual. Wir haben bestimmt nur die schlechten Beispiele des Protetstantismus im Kopf. Es gibt bestimmt auch was Nettes. Es gibt ja auch die schlimmen Negativen Sachen in dieser Richtung im Buddhismus.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s